Bischofsweihe in Münster

Dr. Stefan Zekorn am 13. 2. 2011 zum Weihbischof in Münster geweiht. Foto: © Bistum Münster – Pressestelle 2011

Dr. Stefan Zekorn wurde Weihbischof in Münster

„Nimm mich, wie ich bin ...“

Von Lic.iur.can. Clemens Bombeck, Prodekan

Das war wirklich ein wunderbares Fest der Kirche am Sonntag, 13. 2. 2011, im Dom zu Münster: Dr. Stefan Zekorn, wurde zum Bischof geweiht. Der 51-Jährige Domkapitular war Pfarrer von St. Marien / Kevelaer und verantwortlich für die Wallfahrtsstätte des größten westdeutschen Marienheiligtums. Dankbar denken wir Ermländer zurück an seinen überaus herzlichen Willkommensgruß am Sonntag, 17. 10. 2010, zu Beginn der Ermländermesse in der Basilika zu Kevelaer, in deren Verlauf der Informativprozess im Seligsprechungsverfahren für den Diener Gottes Bischof Maximilian Kaller feierlich abgeschlossen wurde.

Weihbischof Zekorn ist Sohn eines ermländischen Vaters (Groß Purden) und einer schlesischen Mutter. In zahlreichen Gesprächen konnte man immer wieder spüren, wie sehr er durch die heimatlichen Wurzeln seiner Eltern geprägt worden ist. In ermländischer Verbundenheit haben auch Visitator Msgr. Dr. Lothar Schlegel und Pastor Clemens Bombeck, Prodekan des Ermländischen Konsistoriums, dankbar die Einladung zur Bischofsweihe angenommen und an der festlichen Liturgie teilgenommen.

Pfarrer Zekorn war am 3.12.2010 von Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Aquae Albae in Mauretania (Algerien) und Weihbischof in Münster ernannt worden. Der Dom zu Münster war mit mehreren tausend Gläubigen gefüllt. Sie alle wollten miterleben, wie Dr. Stefan Zekorn zum Bischof geweiht wird. In einem Moment besonderer Stille, getragen von dem dunklen Ton der größten Glocke des Domes, legten Dr. Felix Genn (Bischof von Münster) und nach ihm Dr. Franz-Josef Overbeck (Bischof von Essen) und Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Bischof von Limburg) dem Weihekandidaten die Hände auf, danach alle anwesenden Bischöfe. Unter ihnen war auch der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, der den damaligen „Germaniker“ Stefan Zekorn am 8. Oktober 1984 in Rom zum Priester geweiht hatte.

In seiner Predigt ging Bischof Genn u.a. auf den Wahlspruch „Veritatem facientes in caritate - Die Wahrheit in Liebe tun, um auf Christus zuzuwachsen“ ein, den der Weihekandidat sich für seinen bischöflichen Dienst gewählt hatte: „Es geht also genau darum, diese verborgene Weisheit Gottes, die seine Wahrheit ist, und die er in der Liebe zu uns Menschen bis zum Tod am Kreuz erwiesen hat, den Menschen zu verkünden, damit sie in diesen Christus hineinwachsen. Genau das geschieht in der Taufe: Jeder Einzelne wird mit Christus persönlich verbunden, und zugleich wird er in die Gemeinschaft der Kirche hineingefügt, deren Haupt Christus ist. Man kann nicht in der Beziehung mit Christus wachsen, ohne zugleich mit seinem Leib, der die Kirche ist, verbunden zu sein.“ An den Weihekandidaten gewandt, sagte dann Bischof Genn: „Lieber Stefan, von der Liebe geleitet die Wahrheit tun, um auf Christus zuzuwachsen, der das Haupt der Kirche ist: Das wird in Zukunft für Dich bedeuten, in unermüdlicher Geduld immer an die Wahrheit zu erinnern, nicht aufzuhören, dieser Wahrheit in Liebe zu dienen, damit jeder Einzelne von uns auf Christus zuwächst und in die Einheit und Gemeinschaft der Kirche hinein. Das ist mitunter belastend, weil Du Missverständnissen, Anfechtungen, Lieblosigkeiten ausgesetzt wirst. Aber es ist auch schön, weil Du Dich selber immer wieder gehalten weißt von Ihm, dem Du gesagt hast. ‚Nimm mich, wie ich bin, und mach mich so, wie Du mich haben willst.’“

Bei dem anschließenden Empfang dankte Weihbischof Dr. Zekorn in einer kurzen Ansprache für die vielen Wünsche und Anregungen. Mit Blick auf die vielen aktuellen Probleme in Kirche und Gesellschaft empfahl er uns Christen, als Sauerteig zu wirken und so Kirche und Gesellschaft zu durchdringen. Die Freude am Glauben gebe die Kraft Jesu, sich nach seinem Weg auszurichten. Er wolle mit Jugendlichen und Erwachsenen Wege suchen, religiöse Erfahrungen zu machen. Das sei sein Programm für die Menschen im Stadtdekanat Münster und Kreisdekanat Warendorf. Das sei seine besondere Aufgabe als ihr neuer Regionalbischof.

Am Sonntag nach der Bischofsweihe, 20. Februar 2011, feierte Weihbischof Dr. Zekorn in Kevelaer mit seinen Pfarrangehörigen sein erstes Pontifikalamt und damit zugleich seine Verabschiedung als Pfarrer der Kevelaerer Gemeinde. Auch viele Gäste aus nah und fern waren gekommen; unter ihnen einige Ermländer. Die Ermlandfahne wurde für alle sichtbar von Frau Dorothea Ehlert getragen. Zu dem festlichen Gottesdienst trug zudem der Basilikachor und das Basilikaorchester mit der „Krönungsmesse“ von Mozart bei. In seiner Predigt erläuterte der neue Bischof die Insignien seines neuen Amtes: Stab, Mitra, Ring und Brustkreuz. Bei dem anschließenden Empfang musste man recht lange warten, bis man endlich die Gelegenheit zur Gratulation hatte. So konnten schließlich auch Frau Dorothea Ehlert (mit der Ermlandfahne in der Hand), Herr August Dietrich im Namen der Ermländervertretung und Prodekan Clemens Bombeck Glück- und Segenswünsche seitens des Herrn Visitator Dr. Schlegel, des Ermländischen Konsistoriums und der ganzen Ermlandfamilie ausgesprochen. Weihbischof Zekorn war sichtlich froh und dankbar über die ermländische Präsenz.

Wir Ermländer freuen uns mit dem neuen Weihbischof Dr. Stefan Zekorn über seine Berufung, gratulieren ihm sehr herzlich und wünschen ihm, unterstützt durch unser Gebet, Gottes reichen Segen für seine Aufgabe, zu der ihn der Herr berufen hat.

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